Vitamin-B12-Mangel

   Published By: Nicole Pasini

Published Date:  16 May, 2022

Viele Menschen sind von einem Vitamin-B12-Mangel betroffen: In der Bevölkerung liegt die Prävalenz bei jüngeren Personen bei 7%, bei älteren, gesunden Personen über 65 Jahren sogar bei 10 bis 30%. Ein Mangel zeigt sich nur schleichend, denn Leber und Muskeln können Vitamin B12 speichern, der Vorrat reicht für mehrere Jahre. Nimmt man mit Nahrungsmitteln zu wenig des Vitamins auf, zapft der Körper zuerst die eigenen Depots an. Es kann also Monate bis Jahre dauern, bis sich ein Mangel bemerkbar macht. Das weitere Problem ist, dass es verschiedene Symptome gibt, welche auf einen Vitamin-B12-Mangel oder aber auch auf eine andere Krankheit hinweisen können. 

Die einzige Quelle für den Menschen an Vitamin B12 sind tierische Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Milchprodukte oder Eier. Dass Spuren von diesem wertvollen Vitamin auch in nicht-tierischen Lebensmitteln vorkommen, ist bewiesen – diese reichen jedoch nicht für den menschlichen Bedarf aus (siehe weiter unten). Mit der Nahrung aufgenommenes Vitamin B 12 wird überwiegend im Dünndarm aufgenommen. Allerdings muss das Vitamin dafür an den sogenannten Intrinsic-Faktor gekoppelt werden: Dieses Eiweiss wird im Magen hergestellt. Es handelt sich also um ein komplexes Zusammenspiel bei der Aufnahme des Vitamins. 

Je nach Alter und Geschlecht gibt es verschiedene Referenzbereiche. Für Erwachsene liegt dieser bei 200 bis 1000 ng/l Blutserum.

Quellen für Vitamin B12

Vitamin B 12 findet sich in Lebensmittel tierischen Ursprungs. Spitzenreiter ist dabei die Rinder- oder Kalbsleber. Der Vitamin-B12-Bedarf lässt sich aber auch gut durch Fisch und Meeresfrüchte abdecken. Käse, Eier und Milchprodukte enthalten ebenfalls viel Vitamin B12. Sauerkraut und Algen (Chlorella und Spirulina) sowie Bierhefe, Getreidekeime (z.B. in Quinoa-Keimlingen) oder aber fermentierte Sojaprodukten wie Miso oder Tempeh enthalten Vitamin B12, jedoch wenig. 

Aber können Veganer mittels durch Mikroorganismen fermentierter Lebensmittel ihren Vitamin-B12-Bedarf ausreichend sichern? Nach Ansicht der Experten enthalten milchsauer vergorene Lebensmittel nur „Spuren“ von Vitamin B12. Die Mengen seien zu gering, als dass diese den Bedarf des menschlichen Körpers decken könnten. Ferner ist nicht klar, ob Menschen diese Form des enthaltenen Vitamins überhaupt gut verwerten können, denn nicht jeder Vitamin-B12-Abkömmling ist in gleichem Masse nutzbar für den Menschen.

Auch die Shiitake-Pilze wurden in Studien untersucht: Hier schwankte der Gehalt stark, so dass auch mit diesem Lebensmittel keine zuverlässige Vitamin-B12-Versorgung erfolgt. Bei Meeresalgen wie Nori oder Spirulina gilt es zusätzlich noch den Jodgehalt zu berücksichtigen, welcher für die menschliche Schilddrüse gefährlich werden kann, weshalb Meeresalgen auch nicht einfach bedenkenlos konsumiert werden können. Veganer können mit herkömmlichen Lebensmitteln also ihre Vitamin-B12-Versorgung nicht sicherstellen. Für eine ausreichende Vitamin-B12-Zufuhr ist die Einnahme eines Vitamin-B12-Präparates notwendig. Untersuchungen zeigen, dass Veganer ohne nahrungsergänzende Vitamin-B12-Präparate in 86% der Fälle an einem Vitamin-B12-Mangel leiden.

Was ist Vitamin B12

Vitamin B12, man nennt es auch Cobalamin, ist eine chemische Verbindung, die in allen Lebewesen vorkommt und auch als Vitamin-B12-Gruppe bezeichnet werden. Vitamin B12 ist sekundär an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt und hat damit einen wichtigen Einfluss auf die Zellreifung und Zellteilung, besonders bei der Blutbildung: Vitamin B12 ist zusammen mit Folsäure notwendig für die Bildung und Reifung der roten Blutkörperchen. Auch für die Synthese der DNA, dem Genmaterial der Zellen, wird es benötigt. Es ist also unentbehrlich für das menschliche Entstehen und das menschliche Wachstum.

Ursachen von Vitamin-B12-Mangel

Die Ursache für einen Vitamin-B12-Mangel kann eine Krankheit (Durchfall, Magenentzündung, Dünndarmerkrankung, Morbus Crohn, Bauchspeicheldrüsenerkrankung) oder eine vergangene Operation (zum Beispiel Magenbypass) sein: In all diesen Fällen kann der Körper nicht genug Vitamin B12 aufnehmen. Des Weiteren kann es durch mangelnde Zufuhr, zum Beispiel wie oben bereits erwähnt bei Vegetarier oder Veganern, zu einem Mangel kommen. Auch durch chronischen Alkoholkonsum kann ein Vitamin-B12-Mangel entstehen. Übermässiger Alkoholkonsum geht häufig mit einer mangelhaften und ungesunden Ernährung einher – sie enthält nicht genügend Vitamine. Zum anderen schädigt Alkohol die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes, sodass der Körper Vitamine nur eingeschränkt aufnehmen kann. 

Auch Medikamente wie Protonenpumpenhemmer (auch bekannt als Magenschutz oder Pantoprazol) oder Medikamente gegen Parkinson, aber auch Medikamente gegen Diabetes und gewisse Antibiotika können einen Mangel verursachen. Zudem kann auch ein Fischbandwurm Ursache dafür sein.

Übrigens: Mit zunehmendem Alter sinkt die Säureproduktion des Magens, jedoch ist ein Mindestmass an Magensäure erforderlich, um Vitamin B12 aus der aufgenommenen Nahrung freizusetzen. Dies ist der Grund, warum ältere Leute eher an einem Vitamin-B12-Mangel leiden.

Symptome eines Vitamin-B12-Mangels

Als Risikopersonen für einen Mangel gelten chronisch Kranke, Schwangere und Stillende sowie Säuglinge. Oft stellt ein Arzt in einer Blutuntersuchung einen Vitamin-B12-Mangel fest, sei es weil der Patient mit den typischen Symptomen in die Sprechstunde kommt, oder bei einer Routineblutuntersuchung eine Blutarmut (Anämie) festgestellt wird. Die Blutkörperchen sind grösser als normal. Einige Symptome können den Symptomen einer Eisenmangelanämie gleichen.

Die typischen Symptome eines Vitamin-B12-Mangels sind:

  • Müdigkeit, Schwäche
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gedächtnisstörungen
  • Blässe
  • Depressionen
  • Demenz
  • Sensibilitätsstörungen bis hin zu Lähmungen, Kribbeln, Gefühlsverlust
  • Eine brennende, glatte, rote Zunge
  • Aphthen
  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Verlust der Sehschärfe (Die Nervenschädigungen betreffen auch die Augen)
  • Gangunsicherheit, erhöhte Sturzneigung
  • Muskelschwäche
  • Hautveränderungen wie ​​spröde Lippen und sogenannte Rhagaden (kleine Risse in den Mundwinkeln)
  • Nervenschmerzen wie zum Beispiel Schmerzen in den Beinen

Es gibt Menschen, welche seit einem Vitamin-B-12-Mangel von einem vermehrte Schwitzen berichten. Experten nehmen an, dass die Blutarmut dazu führt, dass Betroffene bereits bei leichter körperlicher Anstrengung anfangen zu schwitzen.

Zudem berichten gewisse Patienten manchmal über eine Gewichtszunahme, gleichzeitig zum Vitamin-B-12-Mangel. Es gibt bisher keine wissenschaftlichen Beweise für einen Zusammenhang. Vermutet wird, dass bestimmte Krankheiten sowohl einen Vitamin-B12-Mangel als auch eine Gewichtszunahme auslösen.

Säuglinge von Müttern mit Vitamin-B12-Mangel werden mit zu geringen Körpervorräten geboren. Da die Muttermilch nur wenig Vitamin B12 enthält, entwickeln sie im 3. bis 6. Lebensmonat eine Blutarmut, sie zeigen ein vermindertes Wachstum sowie eine mangelhafte psychomotorische und neurologische Entwicklung. Der Mangelzustand kann sich unter anderem durch häufiges Schreien (“Schrei-Baby”) bemerkbar machen.

Diagnose eines Vitamin-B12-Mangels

Oft wird ein Vitamin-B12-Mangel vermutet, wenn bei Routine-Blutuntersuchungen vergrösserte rote Blutkörperchen entdeckt werden. Auch wenn sich typische Symptome wie Kribbeln oder Gefühllosigkeit an Händen und Füssen zeigen, besteht der Verdacht auf einen Vitamin-B12-Mangel. In solchen Fällen ist eine Blutuntersuchung notwendig. Normalerweise wird mit demselben Bluttest auch gerade ein Folsäuremangel ausgeschlossen, da dieser ebenfalls zu einer Vergrösserung der roten Blutkörperchen führen kann.

Das Gesamt-Vitamin-B12 ist kein zuverlässiger Indikator, insbesondere bei niedrig-normalem Serumspiegel (156 – 400 pmol/l) ist ein funktioneller Mangel nicht ausgeschlossen, weshalb das Holo-Transcobalamin gemessen wird. Es ist bei einem Vitamin-B12-Mangel vermindert und kann als frühester Indikator dienen. Achtung: Bei Niereninsuffizienz können die Werte falsch hoch sein.

Vorbeugung von Vitamin B12-Mangel

Wir wir alle wissen: Man sollte sich in erster Linie gesund und ausgewogen ernähren. Auf den Speiseplan gehören also Lebensmittel wie Eier, Fleisch, Innereien, Fisch und Milchprodukte. Will oder kann man dies nicht, sollte auf einen natürlichen biologischen Vitaminkomplex zurückgegriffen werden. 

Es gibt bestimmte Situationen, in welchen mittels Präparat vorgesorgt werden sollte:

  • Während einer Schwangerschaft besteht ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen, insbesondere steigt auch de Bedarf an lebenswichtigen Vitamin B12. Einerseits für die gesunde Heranreifung des Embryos, andererseits auch für die erhöhte Blutbildung und die Bildung der Plazenta. 
  • Eine regelmässige sportliche Betätigung fördert den Kreislauf in besonderem Masse und führt daher auch zu einem gesteigerten Bedarf an Nährstoffen – auch hier wird zusätzlich Vitamin B 12 benötigt.
  • Bei Säuglingen von Müttern, die sich vegan ernähren, lässt sich mit der Gabe von Vitamin-B12-Präparaten gleich nach der Geburt ein Vitamin-B12-Mangel verhindern.
  • Bei einer strikt vegetarischen oder veganen Ernährung sollte man regelmässig auf Vitaminkomplexe zurückgreifen und bei einem Verdacht den Vitamin-B12-Spiegel messen.
  • Bei übermässigem Alkoholkonsum sollte man sich einem generellen Vitaminmangel bewusst sein.

Vitamin B12 sollte nicht in hohen Dosen als Allheilmittel eingenommen werden, obwohl es andererseits nicht toxisch zu wirken scheint. Dennoch wird von einem übermässigen Verzehr von Vitamin B12 abgeraten.

Mögliche Untersuchungen

Zusätzlich zu oben erwähnten diagnostischen Blutuntersuchungen sollte die Ursache des MAngels abgeklärt werden. Ist die Zufuhr vermindert oder kann der Körper das Vitamin nicht genügend aufnehmen? Oder hat man zur Zeit einen erhöhten Bedarf?

Nachdem Ernährungsgewohnheiten, chronische Erkrankungen oder vergangene Operationen nicht den Grund für den Mangel zu sein scheinen, gibt es weitere Abklärungen, die getroffen werden sollten: Mittels Magenspiegelung lässt sich prüfen, ob Magenzellen abgebaut werden, die den Intrinsic-Faktor herstellen, und somit Ursache für den Mangel darstellen. Es kann zudem der Autoantikörper des Intrinsic Faktors bestimmt werden bei einer Frage nach einer sogenannten Anaemia perniciosa. Bei Verdacht auf eine Malabsorption sollte des Weiteren das Ferritin, die Folsäure, das Albumin, das Calcium sowie Zöliakie-Antikörper. In unklaren Fällen kann eine Knochenmarkbiopsie notwendig sein: Hier zeigt sich eine ineffektive Blutbildung, wobei die Stammzellen intakt sind.

Behandlung von Vitamin-B12-Mangel

Die Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels besteht aus hochdosierten Vitamin-B12-Präparaten. Besteht ein Mangel ohne Symptome, kann das Vitamin mittels Tabletten eingenommen werden. Mittels Bluttests wird sichergestellt, dass der Vitamin-B12-Spiegel sich wieder normalisiert. Falls dies nicht der Fall sein sollte, trotz korrekter Einnahme der Tabletten, sollte eine weitere Ursachenabklärung stattfinden.

Menschen mit einem sehr niedrigen Vitamin-B12-Spiegel wird Vitamin B12 in einen Muskel gespritzt. Diese Spritzen werden über mehrere Wochen injiziert, bis sich der Vitamin-B12-Spiegel normalisiert hat. Wenn sich die Ursache für den Mangel nicht erklären und beseitigen lässt, werden die Injektionen anschliessend auf unbestimmte Zeit einmal monatlich verabreicht.

Vitamin B12 gibt es als Kapseln, Tabletten, Pulver, Nuggets, Tropfen, Sirup, Zahnpasta und Ampulle/Spritze. Vitamin B12 kann Teil eines Vitamin-B12-Komplexes oder gar Multi-Vitaminkomplexes sein, oder einzeln verabreicht werden. 

Vitamin-B12-Tabletten haben keine Nebenwirkung, welche zu einer Gewichtszunahme führen würde. Weder ein Mangel, noch eine Überdosis führt zu einer Steigerung des Gewichts.

Weitere Artikel die Sie interessieren könnten
1

Empfehle uns einem Freund

Passen Sie auf Ihre Lieben auf, indem Sie sie ermutigen, ihre persönliche Gesundheit zu überprüfen.

IN ARBEIT

Wenn Sie in der Zwischenzeit einen Freund empfehlen möchten, können Sie uns bereits kontaktieren und wir geben Ihnen beiden einen Rabatt:

Impressum

Check Your Health AG
Voie du Chariot 3
1003 Lausanne
CHE-492.795.987

Wir verwenden Cookies und ähnliche Tools, um Ihr Einkaufserlebnis zu verbessern, um unsere Dienste anzubieten, um zu verstehen, wie die Kunden unsere Dienste nutzen und damit wir Verbesserungen vornehmen können.