Folsäuremangel

   Published By: Nicole Pasini

Published Date:  8 May, 2022

Über die Notwendigkeit der Folsäure und die (Neben)Wirkung bei einem Mangel von Dr. Andrea Vincenzo Braga

Der Begriff Folsäure ist dir bestimmt schon untergekommen. Doch für was ist Folsäure gut? Den meisten Menschen ist Folsäure im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft geläufig, denn hier kann ein Mangel zu Fehlbildungen beim Fötus (offener Rücken) führen. Was dir vielleicht nicht bekannt ist: Jeder Mensch hat einen gewissen Bedarf an Folsäure und du solltest darauf achten, diesen mit Hilfe einer ausgewogenen Ernährung zu decken, da sonst ernstzunehmende Mangelerscheinungen drohen.

Was ist Folsäure

Wenn du im Internet nachliest, findest du verschiedene Begriffe: Man muss nämlich Folat und Folsäure unterscheiden. Folat gehört zu den Vitaminen der B-Gruppe. Es handelt sich dabei um ein natürliches Vitamin, das in verschiedenen Lebensmitteln steckt. Folsäure (auch bezeichnet als Vitamin B9, Vitamin B11, Pteroylglutamat oder Pteroylglutaminsäure) hingegen ist die Bezeichnung für die synthetische hergestellte Form dieses B-Vitamins.

Wenn du wissen möchtest, für was Folsäure gut ist, lässt sich zusammenfassend sagen: Alle Zellen im Körper brauchen Folate. Diese sind wichtig für verschiedene Zellprozesse wie die Teilung, Neubildung und Regeneration sowie für die Blutbildung und den Stoffwechsel bestimmter Aminosäuren. Eine Folat-Unterversorgung in der Schwangerschaft kann, wie du schon weisst, zu Fehl- und Frühgeburten, Fehlbildungen (besonders beim Schluss der Wirbelsäule) oder Wachstumsverzögerungen beim Baby führen.

Folat und die industriell hergestellte Folsäure werden vom Körper anders verwertet. Ein Mikrogramm Folat ist vergleichbar mit 0,5 Mikrogramm Folsäure. Erwachsene verbrauchen pro Tag etwa 400 Mikrogramm Folsäure, in der Schwangerschaft ist der Bedarf erhöht. Unser Körper kann maximal 12 bis 15 Milligramm Folsäure speichern, was einem Vorrat für maximal vier Monate entspricht.

Quellen für Folsäure

Der Begriff wird abgeleitet vom lateinischen Begriff „folium“ (= Blatt). Daraus kannst du bereits schliessen, dass Nahrungsmittel wie grünes Blattgemüse, Spinat und Salat hervorragende Quellen für Folsäure sind. Ebenso, Kohl, Fenchel, Gurken und Tomaten.

Darüber hinaus enthalten Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Nüsse, Orangen, Vollkornprodukte, Weizenkeime und Sojabohnen viele Folate. Auch tierische Produkte wie Milch und Milchprodukte, Eigelb sowie Leber sind Folat-Quellen. Zahlreiche Lebensmittel sind in Europa sogar mit synthetischer Folsäure angereichert.

Da Folate sehr empfindlich gegenüber Hitze und Licht sind und zu den wasserlöslichen Stoffen zählen, solltest du darauf achten, die Nahrungsmittel schonend zuzubereiten. Es empfiehlt sich das Gemüse nur kurz und ungeschnitten zu waschen und Zubereitungsmethoden wie das Dünsten oder Dampfgaren zu wählen. Du solltest Speisen auch nicht zu lange warm halten, um Verluste zu minimieren. Bist du ein Gemüsemuffel und schaffst es nicht, deinen Bedarf an Folsäure über die Nahrung zu decken, kannst du auch zu Präparaten aus der Apotheke greifen. Diese sollten mindestens die empfohlene tägliche Zufuhrgrenze von 400 Mikrogramm einhalten.

Mögliche Folgen eines Mangels

Ein Mangel an Folsäure wird in den meisten Fällen durch einseitige Ernährung verursacht, kann aber auch durch erhöhten Alkoholkonsum ausgelöst werden. Auch Erkrankungen wie chronisches Lebererleiden, Zöliakie oder eine Schilddrüsenüberfunktion können einen Folsäuremangel auslösen. Ebenso die Einnahme der Antibabypille, Krebs-Medikamenten oder des Rheuma-Medikaments Methotrexat. Weiteres können Chemotherapien, Operationen und Bestrahlungen dafür verantwortlich sein.

In deinem Knochenmark läuft die Zellteilung auf Hochtouren, da hier ein Grossteil der Blutkörperchen gebildet und ständig erneuert wird. Ein Folsäuremangel wirkt sich daher primär auf dein Blutbild aus: Hat der Körper, der das Vitamin nur in sehr geringen Mengen speichern kann, seinen Vorrat aufgebraucht, entwickelt sich eine Anämie (Blutarmut). Erhalten Ungeborene über die Mutter zu wenig Folsäure, besteht die Gefahr einer Entwicklungsstörung des Nervensystems, eines sogenannten offenen Rückens (Spina bifida) oder einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Starke körperliche Beeinträchtigungen bei den Kindern sind die Folge.

Symptome eines Folsäuremangels

Typische Sympthome für einen Mangel sind die Folgen der Blutarmut. Anzeichen dafür kann z.B. eine auffällige Blässe, meist begleitet von Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten, sein. In diesem Zusammenhang tritt oft auch unreine Haut mit einer schlecht heilenden Akne auf. Äusserlich sichtbar sind oft auch Veränderungen der Zunge, die gerötet und entzündet erscheint (Glossitis), kribbelt oder brennt. Weitere Symptome können Atembeschwerden, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, erhöhte Blutungsneigung, Depression und Reizbarkeit sein. Ein Folsäuremangel kann zudem die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. 

Wenn aufgrund des Mangels an roten Blutkörperchen nicht genug Sauerstoff in den Körper gelangt, entsteht eine megaloblastär-hyperchromen Anämie. Dabei kommt es zu einer gestörten Bildung der roten Blutkörperchen und es kann nicht mehr genügend Sauerstoff im Körper transportiert werden. Aufgrund des Mangels an Sauerstoffträgern (rote Blutkörperchen), können in schweren Fällen auch Herzrhythmusstörungen und Atemnot als Folge auftreten. Sind zu wenig Blutplättchen vorhanden, kommt es zu Schleimhautblutungen, punktförmigen Einblutungen in der Haut und vermehrten Blutergüssen. Liegt eine erhöhte Infektanfälligkeit vor, sollten die weissen Blutkörperchen auf einen Mangel untersucht werden.

Auch neurologische Symptome wie etwa Empfindungsstörungen, Kribbeln in den Händen oder Beinen oder gestörte Muskelreflexe, können eine Folge des Mangels sein.

Wie sich die Diagose von einem Folatmangel bestimmen lässt

Besteht ein Verdacht auf einen Folsäuremangel, kannst du bei deinem Arzt die Konzentration der Folsäure im Blut bestimmen lassen. Gemessen wird ein Folsäuremangel meist über das Aussehen der roten Blutkörperchen. Diese sind vergrössert und verstärkt anfärbbar. Das lässt sich im Blutbild leicht nachweisen und stellt somit einen der wichtigsten Hinweise auf einen Folsäuremangel dar.

Diagnose und Behandlung von Folatmangel

Wird ein Folsäuremangel festgestellt, kann oft schon mit einer gezielten Ernährungsumstellung Abhilfe geschaffen werden. Veganer haben z.B. seltener Probleme mit dem Folsäuremangel, da ihr Speiseplan oft jede Menge grünes Blattgemüse und andere Folsäurelieferanten umfasst.

Anders sieht es bei Kranken oder Schwangeren aus, wo oft medikamentös nachgeholfen werden muss. Folsäurepräparate als Nahrungsergänzungsmittel oder in Medikamentenform sollen keinesfalls auf eigene Faust eingenommen werden. Es ist sehr wichtig, die geeignete Dosierung mit dem Arzt abzusprechen, oft unter Kontrolle des Blutbildes.

Planst du eine Schwangerschaft, ist es sinnvoll, Folsäure schon vorgängig einzunehmen, um so den erhöhten Bedarf von Anfang an zu decken. Die Einnahme entsprechender Vitaminpräparate solltest du bereits vier Wochen vor der Schwangerschaft beginnen und über das erste Schwangerschaftsdrittel fortsetzen. Da der Schwangerschaftseintritt kaum vorherzusagen ist, gilt die Empfehlung grundsätzlich für alle Frauen mit Kinderwunsch. Hat sich bereits ein Mangel entwickelt, ist ebenfalls die Einnahme eines Folsäure-Präparats sinnvoll.

Einnahme ohne grosse Bedenken

Nebenwirkungen treten bei der Einnahme von Folsäure sehr selten auf. Eine Überdosierung der Folsäure ist ebenfalls sehr selten, kann jedoch auch unangenehme Folgen haben und äussert sich zum Beispiel durch folgende Symptome: Allergische Reaktionen der Haut, Magen-Darm-Störungen, Übelkeit, Schlafstörungen, Erregungszustände und Depressionen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten müssen in jedem Fall berücksichtig werden. Besonders Menschen, die Medikamente gegen Anfallsleiden wie Epilepsie einnehmen, sollten eine Folsäurebehandlung grundsätzlich mit einem Arzt besprechen, da die Folsäure die Wirkung der krampfhemmenden Wirkstoffe verringert und in der Folge vermehrt Krämpfe auftreten könnten. Ausserdem kann ein lebensbedrohlicher Vitamin-B12-Mangel überdeckt werden und es in der Folge zu irreversiblen Schädigungen der Gehirn- und Nervenzellen kommen.

Abschliessend lässt sich festhalten, dass Folsäure ein wichtiges Vitamin ist und ein Mangel gravierende Folgend für deine Gesundheit haben kann. Du erkennst einige Anzeichen eines Folsäuremangels bei dir, möchtest schwanger werden oder hast weitere Fragen dazu? Dann kontaktiere deinen Hausarzt oder die Online-Ärzte von eedoctors.

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